RAST & RECHT

Lohnende Ziele für ein Bikepacking-Abenteuer gibt es überall. Dass sich die Landschaft, die Witterung, die Wege und die Sprachen unterscheiden, wirkt dabei nicht so dramatisch wie die Unterschiede in der Outdoor-Kultur und in der jeweiligen Gesetzgebung. Gerade bei letzterer gibt es in Europa erhebliche Unterschiede. Am liberalsten ist es in Skandinavien. Dort gibt das Jedermannrecht (norwegisch: Allemannsretten), jedermann (und -frau) das Recht zum Aufenthalt und zur Nutzung der Natur – dies umfasst ausdrücklich auch das Übernachten. Freilich gibt es dabei einige Regeln und Einschränkungen, die jedoch sehr nahe am sogenannten gesunden Menschenverstand sind und sich so von selbst erklären.

In Deutschland ist die Situation deutlich komplizierter. Das sogenannte „Wilde Zelten“ ist weitgehend verboten, beziehungsweise nur mit Erlaubnis des Waldbesitzers möglich. Wetterschutzhütten sind, wie der Name schon sagt, dafür gedacht, sich vor dem Wetter zu schützen, wenn dies notwendig wird. Das umfasst in der größten Not auch eine Übernachtung. Ausdrücklich vorgesehen ist dies aber nicht. Freilich verwehrt einem der Gesetzgeber nicht, in der Not (Witterung, Erschöpfung, usw.) an Ort und Stelle in der Natur zu schlafen. Was unter Not genau zu verstehen ist, wie viel „Lager“ für ein solches Notfall-Biwak errichtet werden darf und welches Verhalten als vorsätzlich eingestuft werden kann, ist nicht eindeutig festgelegt. Das sind nur einige der Fragen, die Bikepacker sich in Deutschland stellen müssen. Unser Tipp: Steuert Natur-Campingplätze an (beispielsweise: http://www.trekking-pfalz.de/de/trekking-plaetze/) oder fragt an Bauernhöfen, ob sich ein Flecken für euer Lager finden lässt. Respektiert die Natur und die gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Mehr zum Thema unter folgenden Links:

https://www.youtube.com/watch?v=npcYlWZ4_t8

http://www.theadventurejunkies.com/14-free-places-sleep-bicycle-touring/

Lagerplatz Bikepacking fertig eingerichtet (Foto: Gunnar Fehlau)

Lagerplatz fertig eingerichtet (Foto: Gunnar Fehlau)