Sechs Tipps, wie du dein Gepäck reduzieren kannst

Langzeit Fahrradtouren und Trekkings mit nicht mehr als 40 Liter Gepäck sind möglich. Unsere Basisausrüstung reicht dabei für Temperaturen bis minus 10 Grad und wir haben auch Zelt und Kocher dabei. Alles startet damit, dein Gepäck zu reduzieren. Und da fallen uns folgende sechs Ansatzpunkte ein.

Kleidung

„Wenn du am kältesten Tag deiner Reise nicht alles trägst, was du dabei hast, dann hast du zu viel dabei!“ Kleidung ist etwas, wovon man generell zu viel mitnimmt. Wir haben von allem nur noch zwei Garnituren (d.h. zwei Hosen, eine lang, eine kurz, zwei Shirts, zwei Paar Socken, zwei Paar Unterwäsche…) und eine davon tragen wir. Wenn es kälter wird, ziehen wir einfach mehr Schichten an. Dazu haben wir noch eine Garnitur Thermounterwäsche, Regenbekleidung, eine Fleecejacke, eine leichte Daunenjacke, dünne Handschuhe und eine Mütze. In unserem Kleidersack findet sich immer ein kleiner Beutel Waschpulver und so waschen wir am Abend oft von Hand verschwitzte Kleider aus. Was nicht über Nacht trocknet, befestigen wir während der ersten Fahrstunden am Bike. Und wenn es zu kalt ist zum Waschen und Trocknen, reduzieren sich auch die Bakterien und man muss weniger häufig waschen. Wir kaufen auch keine teure Outdoorkleidung mehr. Normale Sportsachen reichen und dann fällt es auch leichter bei einem Wechsel der Klimazone etwas zurückzulassen oder erneut zu kaufen, anstatt alles die ganze Zeit mitzutragen.

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Leichtes Gepäck hilft, um offroad unterwegs zu sein

Schuhe

Wir kennen Radler, die bis zu vier verschiedene Paar Schuhe mittragen, und mit SPD Schuhen, Turnschuhen, Wanderschuhen und Sandalen für alles gerüstet sind. Wir haben uns dagegen für einen leichten Approachschuh entschieden, der in einigen Situationen zwar nicht perfekt, aber eigentlich immer gut ist. Die Sohle ist steif genug zum Fahrradfahren, hat aber genügend Dämpfung und Fussbett, um mal ein paar Tage mit Rucksack zu trekken. Zudem empfehlen wir, kein Goretex Modell zu wählen. Der Schuh ist billiger, das Fussklima ohne Membrane viel angenehmer, und wenn es wirklich regnet, bekommt man immer nasse Füsse – nur trocknet dann der Schuh ohne Goretex schneller. Bei langen Regenperioden halten Plastiktüten (aus dem nächsten Laden) über den Socken getragen die Füsse warm und trocken. Wer den Verlust der Kraftübertragung aufs Pedal mit normalen Schuhen fürchtet, kann als Kompromiss Powerstraps ans Pedal montieren. Zusätzlich zu unserem Alltagsschuh haben wir Flipflops dabei – Luxus genug.

Apotheke

Du musst nicht deine eigene kleine Arztpraxis dabei haben. Auch im Ausland werden die Menschen krank und die meisten Medikamente sind weltweit erhältlich – und das oft ohne ärztliches Rezept und billiger. Abgesehen von einem Erstehilfeset mit Verbandszeug, ein paar Pflastern, einem kleinen Desinfektionsmittel, einem Breitbandantibiotika, ein paar Panadol und einem starken Schmerzmittel, schaut man am besten im akuten Fall vor Ort für das nötige Medikament. Die Medikamente nimmt man aus der Originalverpackung, sichert sie auf der Rückseite mit Klebestreifen und steckt sie zusammen mit dem Beipackzettel in kleine Plastikbeutel. Damit spart man zusätzlich Platz. Und wie oft haben wir früher Medikamente weggeworfen, die das Ablaufdatum während einer Reise überschritten haben.

Elektronik

Der moderne Reisende trägt viel Elektronik mit, das ist auch bei uns nicht anders. Doch wir sind Kompromisse eingegangen. Vom Laptop sind wir auf ein kleines Tablet mit Tastatur umgestiegen, von E-reader und GPS (und Papierkarten) auf ein Smartphone, von der Videokamera auf eine ActionCam. Diese Geräte können alle mit USB Kabeln geladen werden. Damit sparen wir sperrige Netzteile, Ersatzbatterien und Ladegeräte. Eine kleine Powerbank versorgt uns in der Wildnis und ganz ehrlich – Strom ist heute nirgendwo wirklich weit weg und oft zumindest als Autobatterie vorhanden. Eine Systemkamera mit drei Fotoakkus, zwei MP3 Player – damit hat es sich. Für Fotosicherungen hat sich für uns die Kombination aus Ipad und Android Smartphone (mit mini SD Karten Slot) bewährt. Das Ipad kann RAW Foto Dateien im Hintergrund automatisch auf eine Cloud laden und von den gesicherten Dateien noch brauchbare Vorschaubilder anzeigen (IOS Speicheroptimierung). Zusätzlich machen wir ein Backup auf 125GB MiniSD Karten übers Smartphone. Die sperrige externe Festplatte bleibt damit zu Hause.

Ersatzteile

Seit wir den Onlineversand Chainreactioncycle aus Nordirland kennen, machen wir uns über Ersatzteile keine Sorgen mehr (nein, wir werden nicht von denen gesponsert). Ein riesiges Sortiment, schnelle, weltweite Lieferung (z.B. fünf Tage nach Kasachstan, drei Tage nach Thailand) und das alles zu einem fairen Preis. Weshalb also das Gepäck mit sperrigen Ersatzteilen belasten? Zudem wird das Material immer besser (gute Qualitätsreifen halten bis 10’000km) und ist in moderneren Ländern auch immer einfacher vor Ort erhältlich (vorausplanen…). Mit dabei haben wir Flickzeug, einen Ersatzschlauch, sechs Speichen, einige Kettenglieder, je vier Bremspads und je ein Brems- / Schaltkabel mit Hülse. Wir führen keinen Ersatzreifen mit. Falls dieser wirklich einmal platzen oder reissen sollte, kann man ihn z.B. mit einem Schaltkabel nähen (erprobt…).

Tipps, um Gewicht zu sparen

Tipps, um Gewicht auf Radreisen zu sparen

Campingausrüstung

Leichtgewichtsausrüstung kostet, jedenfalls wenn es um Materialien geht, die die Strapazen einer Langzeitreise möglichst lange überstehen sollen. Aber daran kommt man beim Reduzieren des Gepäcks kaum vorbei. Als Trost kann man sich sagen, dass man das Geld, das man bei den obigen Punkten eingespart hat, hier nun sinnvoll einsetzen kann. Wir haben ein sehr leichtes, aber dennoch stabiles, frei stehendes (und daher knapp bemessenes) Zelt. Wer kein freistehendes Zelt braucht, der muss für ein leichtes UND robustes Zelt nicht einmal mehr auf Geräumigkeit verzichten (z.B. Pyramidenzelte aus Cuben Fiber). Reissverschlüsse machen in der Regel eher schlapp als der Zeltboden. Darum tragen wir keine Zeltunterlage mehr mit. Zum Zelt kommen aufblasbare Isomatten in der Grösse einer Literflasche und stark komprimierbare Daunenschlafsäcke mit einem Komfortbereich bis -5 Grad. Wird es nachts kälter, können wir immer noch Thermounterwäsche und Daunenjacke anziehen. Auf einen Benzinkocher könnten wir nie verzichten, doch haben wir eine der Pfannen aufgegeben, was ein bisschen mehr Planung beim Kochen verlangt. Unsere Küchenutensilien sind auf ein Messer, einen Minisparschäler, einen Topfgriff, zwei Sporks (Gabel-Löffel kombiniert), einen kleiner Mikrofaserlappen und ein Feuerzeug geschrumpft und lassen sich gemeinsam mit dem Kocher in der Pfanne verstauen.

© bikepackground.com

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